Am Dienstagmorgen um 02:22 Uhr wurde die Feuerwehr Brugg zu einem ganz speziellen Einsatz ins Paul Scherrer Institut nach Villigen aufgeboten.
Im Rundgebäude der Synchrotron Lichtquelle Schweiz (SLS) mit einem Aussendurchmesser von ca. 120m wurden in der hölzernen Dachkonstruktion Schäden festgestellt. Die grosse Schneelast, die sich durch den angekündigten Regenfall noch
massiv erhöhen würde, könnte zu noch grösseren Schäden führen. Der Entscheid, prophylaktisch die Last zu reduzieren, war sicher richtig. Aus diesem Grund wurde die Notfallorganisation und die Betriebsfeuerwehr des PSI aufgeboten.
Es musste eine Planung zur Reduktion dieser grossen Dachlast erarbeitet werden. Die nicht begehbare Dachfläche von über 14'000m2, die Zufahrten, aber auch die notwendige Wassermenge stellten sich als Probleme heraus.
Das erstellte Einsatzkonzept konnte am Morgen um 06:00 Uhr in einem Versuch mit der Drehleiter der Feuerwehr Brugg sowie dem TLF der Betriebsfeuerwehr PSI gestartet werden. Der Versuch war nicht sehr erfolgreich. Die Schneeschicht war zu kompakt und gefroren. Nach diversen Messungen wurde erneut ein Versuch gestartet, der zwar mühsamer umzusetzen war, jedoch Wirkung zeigte.
Nun mussten zur Umsetzung verschiedene Abklärungen getätigt und entsprechende Mittel aufgeboten werden. Zum Abtragen des Schnees wurden die Drehleitern der Feuerwehren Brugg und Baden sowie der Hubretter der Feuerwehr Wettingen mit je einem Wasserwerfer eingesetzt.
Zur Wasserversorgung ab der Aare konnte ein militärisches Detachement der Kata Hi Formation aus Wangen a. A. eingesetzt werden. Eine 800 m lange Zubringerleitung Ø150mm und ein Ausgleichsbecken mit 50'000 Liter Inhalt vermochten das benötigte Wasser zur Verfügung zu stellen.
Der äussere Ring der grossen Dachfläche wurde so mit einem Aufwand von gegen 20 Stunden von der Last befreit. Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde der Einsatzleitungscontainer der Feuerwehr Brugg neben der Halle stationiert.
Der ganze Einsatz konnte ohne Zwischenfälle und vor allem unfallfrei bewältigt werden. Allen, die zu diesem Gelingen beigetragen haben, danke ich recht herzlich.